Neue Saison, neues Gefühl. Erstmals starten unsere Roten Bullen mit einer Saisonniederlage. Knautbulle Svenson ist kurzentschlossen nach Gelsenkirchen gefahren und hat seine Eindrücke mitgebracht:

Sehr spontan haben wir uns für die Anreise mit dem Zug entscheiden. Auf der Fahrt von Knaut-City bis Gelsenkirchen war keine Augenpflege in Form eines Nickerchens möglich. Am Hauptbahnhof angekommen gesellten sich einige Schalker Fans hinzu, welche ihre Wurzeln in Leipzig haben und ihr Herz bereits auch an andere Leipziger Vereine vergeben hatten. Neben den Schalker Fangesängen waren regelmäßig die bekannten „Anti-RB“-Gesänge zu hören. Für Heiterkeit unter dem einen oder anderen Mitfahrer mit Sympathien für RB, welche meist ohne Fankleidung unterwegs waren, sorgten die in satten sächsischen Dialekt gesungenen Schalke-Lieder. Später kam noch ein Junggesellenabschied hinzu. Der Bräutigam durfte diverse Wäschestücke von jungen Damen organisieren, was ihm auch gelang, und sorgte für abwechslungsreiche Stimmung.

Am Gelsenkirchener Hauptbahnhof angekommen standen wir plötzlich in einer blau-weißen Menschenmenge. Kurz nach Orientierung suchend wurde uns freundlichst Hilfe angeboten. Mit der Straßenbahn fuhren wir dann bis zur Veltins-Arena.

Im Stadion gab es eine Choreo mit dem Motto „Das Herz des Kumpels schlägt für Tradition / Für euch empfinden wir nur Spott und Hohn“, und über das Spiel hing die bekannte Zaunfahne „Gegründet von Kumpeln und Malochern“. Am Aktionsspieltag gegen den DFB beteiligten sich die Ultras Gelsenkirchen nicht. Auch sie kritisieren die Entwicklung beim DFB sowie DFL, sehen aber in einer reinen „Kriegserklärung“ eher Aktionismus und kein ausgereiftes Ziel.

Bei der Vorstellung der Mannschaften wurde unser Timo Werner – Fußballgott! – bewusst (?) geschwärzt, die Gründe stehen in den aktuellen Tagesgazetten. Leider wurde der Nationalspieler später wieder bei jeder Ballberührung ausgepfiffen. Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlages von Barcelona, auch unser Mitgefühl gilt den Opfern und Hinterbliebenen. Hoffentlich werden diese Minuten und deren Ursachen nicht zur Gewohnheit vor Bundesligaspielen.

Anpfiff… Die Schalker standen sehr gut in den Abwehrreihen und RB machte das Spiel, das Tor haben beide Mannschaften  jedoch kaum in Gefahr gebracht. Gulacsi hielt einen Fernschuss von Bentaleb, Di Santo verpasste nur knapp. Di Santo war es auch, der einen Elfer nach einer Berührung von Upamecano rausholte, den Bentaleb sicher verwandelte. Zur zweiten Halbzeit kam Forsberg ins Spiel, was man deutlich in der Kreativabteilung merkte. Jedoch fand auch er kein Durchkommen gegen das Schalker Abwehrbollwerk, das auch durch das 1:0 im Rücken stabil blieb. So nutzte Konoplyanka eiskalt einen Konter zum 2:0. Die Stimmung im Stadion war besonders bei den Toren absolute Klasse und brachte mich ins Staunen. Am Ende gewann Schalke nicht unverdient, die Punkte blieben somit im Pott. Am Abend ging ein Gerücht um, dass ein RB-Fan zusammengeschlagen wurde und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Leider bestätigte sich dies. Wir wünschen gute Genesung!