Es gibt unangenehmere Aufgaben als über einen Heimauftakt zu berichten – vor allem, wenn man nach zittriger erster Halbzeit eine fulminante zweite erlebt, und dann mit drei Punkten und 4:1 Toren heimfahren kann. Besondere Freude bereitete mir aber, dass ich  das B-Block-Debüt zweier Knautbullen-Papas samt Söhnen begleiten durfte. Der erste Schock war die Ansage: !Um 12:40 Uhr fährt die Bahn.“ Schock Nummer zwei: „Ja, hier stehen wir jetzt eine dreiviertel Stunde an.“ Doch ohne Fleiß kein Preis. Das B-Sektor-Erlebnis hat jedoch für alle „Qualen“ entschädigt.

Feinstes Fußballwetter. Fantastische Aussicht auf den Rasen. Zügig gefüllte Blöcke. Fast schon traditionell konnten wir wieder sehr weit vorn im Block 29 sitzen – Pardon: STEHEN! Der Gästeblock war etwa halb voll, im Heimbereich fehlten um die 1-2.000 Platzbelegungen. Die erste Halbzeit mit tollen Aktionen und permanent mit dem fehlenden letzten Quäntchen Glück. Das Runde wollte partout nicht ins Eckige. Dafür klingelte es vor dem B-Block, und wir durften mit 0:1 in die Halbzeit gehen. Ratlosigkeit im Block …

Halbzeit zwei: Die Capos reißen uns mit, und die Trotzreaktion des Blocks überträgt sich aufs Spielfeld. Es klingelt. Zwar wieder drüben – aber immerhin für die Roten Bullen. Das tat es dann noch drei Mal – Videobeweistorjubelverdoppelung inklusive. Nach dem Abpfiff gab es leider viel zu viel Publikum, das der Mannschaft den Schlussapplaus verweigerte – schade. Besonderer Gänsehautmoment: „Timo Werner ist ein Fußballgott aus tausenden Kehlen“ – so muss das! Abschluss des fantastischen Sommerabends war dann bei Dimitri’s, wo wir unsere 30-Personen-Gruppe noch einmal kulinarisch verwöhnen ließen.

Kurz angemerkt I: Tim Thoelkes Vorgeplänkel auf der Videoleinwand mit Gebärdendolmetscher. Mehr als nur eine Geste. Wird dauerhaft stattfinden, wie ich vor wenigen Minuten auf Facebook lernen dürfte.

Kurz angemerkt II: Tim Thoelke – keine Ahnung, was der Mann nimmt: Auf keinen Fall absetzen, das Zeug! Ich glaube, wir müssen bald mal „Tim Thoelke on fire“ singen.

Kurz angemerkt III: Papa Nummer eins hat vor ein paar Minuten B-Block-Karten für Gladbach in der Ticketbörse ergattern können – Mission accomplished!

Kurz angemerkt IV: „Schwarzwald-Soldaten statt Breisgau-Brasilianer? Camouflage und lila passen nicht zum SC“ durften wir zu Beginn der zweiten Halbzeit auf vier Zeilen Tapete im Gästeblock lesen. Nun, Mitgliederversammlung in Freiburg dürfte Ende Oktober sein – bin gespannt, ob ein entsprechender Antrag gestellt wird und wie die Abstimmung ausgeht – ist ja ein traditionsreicher, mitgliedergeführer Verein, wo Mitbestimmung noch was wert ist.

PS: Wenn ich wieder Berichtsbeauftragter bin, nehme ich wieder eine ordentliche Kamera mit 😉